Vielleicht fühlt es sich gerade so an,
als würdest Du feststecken.
Nicht ganz unten.
Aber auch nicht oben.
Wie auf einer Mauer zwischen zwei Welten.
Vor Dir siehst Du Wege,
die andere scheinbar mühelos gehen.
Hinter Dir liegt viel,
das schwer war
und Dich geprägt hat.
Und Du?
Du sitzt.
Du kannst Dich gerade nicht bewegen.
Das fühlt sich schnell falsch an.
Als müsstest Du weiter sein.
Stärker.
Klarer.
Doch vielleicht ist diese Mauer kein Stillstand.
Vielleicht ist sie ein Ort des Sammelns.
Ein Ort, an dem Du nichts leisten musst.
Ein Ort, an dem Du Dich selbst wieder spüren darfst.
Manches Alte hält Dich nicht fest,
um Dich klein zu halten.
Es ist da, um gesehen zu werden.
Ein letztes Mal.
In Würde.
In Vergebung.
In Liebe.
Du musst nichts wegmachen. Nichts überwinden.
Vielleicht genügt es,
Dich umzudrehen
und zu erkennen,
wie viel Du bereits getragen hast.
Aus all dem, was hinter Dir liegt,
ist etwas in Dir gewachsen.
Etwas Echtes.
Etwas Starkes.
Es hat Dich zu dem werden lassen,
was Du jetzt bist.
Und wenn Du bereit bist,
brauchst Du nicht springen.
Nicht kämpfen.
Nicht beweisen.
Du wirst einfach aufstehen.
Nicht, weil Du musst.
Sondern weil etwas in Dir wieder trägt.
Vielleicht spürst Du es noch nicht klar.
Vielleicht ist es nur ein leises Wissen.
Ein Hauch von Vertrauen.
Du darfst Dir vertrauen.
Du darfst Dir Zeit lassen.
Du darfst sitzen bleiben,
bis Dein Inneres Dir leise zeigt,
dass es Zeit ist weiterzugehen.
Niemand zählt Deine Schritte.
Niemand misst Dein Tempo.
Das Leben hat Dich nicht vergessen.
Es ordnet sich gerade neu um Dich herum.
Du darfst fühlen.
Du darfst Dich spüren.
Du darfst tief bei Dir sein.
Und während Du hier sitzt,
auf Deiner inneren Mauer,
wächst etwas in Dir zusammen.
Still.
Unaufgeregt.
Wahr.
Wenn Du eines Tages aufstehst,
wirst Du merken:
Der Boden ist da.
Er war die ganze Zeit da.
Er ist da.
Er wird immer für Dich da sein.
Du bist getragen.